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Sichere E-Bike-Touren im Sommer: 5 Tipps vom TÜV

Auf die Räder, fertig, los! IMTEST nennt Tipps für sommerliche Radtouren.

Zwei Menschen auf Fahrrädern mit Gepäcktaschen
© Mark Stosberg / Unsplash

Die meisten Bundesländer haben bereits Sommerferien und viele Menschen sind unterwegs in den Urlaub. Während viele ein Ferienhaus gemietet haben oder einen All-Inclusive-Urlaub im Süden machen, gibt es auch einige, die statt ihrer Koffer die Fahrradtaschen vollpacken. Als Bike-Backpacker den ganzen Tag unterwegs sein, die Natur genießen und sich dabei sportlich betätigen liegt als Urlaubsform voll im Trend. Der TÜV-Verband gibt nun Tipps, wie Fahrrad-Enthusiasten sicher mit dem E-Bike Reisen. IMTEST hat sie hier zusammengefasst.

Deutschlands schönste Radstrecken: 6 Beispiele

Dass lange Radtouren immer beliebter werden, liegt nicht zuletzt am E-Bike-Boom. Durch die elektrisch unterstützten Räder kommen auch die Menschen aufs Rad, die sich sonst weniger sportlich betätigen. Hügelige Landschaften, lange Strecken oder Gegenwind sind kein Problem mehr. Und gerade in Deutschland gibt es schöne Touren, wo sich mit Sicherheit Landstriche entdecken lassen, die man zuvor nicht kannte. IMTEST hat sechs Touren bereits erkundet.



Wer diese Touren vielleicht zum ersten Mal mit dem E-Bike fährt, sollte zuvor einige Tipps beherzigen. Denn mit höherer Geschwindigkeit der Pedelecs geht auch ein höheres Unfallrisiko einher. Mit sicherem Fahrverhalten, der richtigen Ausrüstung und dem umsichtigen Umgang mit dem E-Bike lassen sich laut TÜV-Verband viele Risiken minimieren.

Von Helm bis Shirt: Die richtige Ausrüstung

Klar, wer lange strampelt, der schwitzt, auch mit dem E-Bike. Trotzdem muss sich der Urlauber gerade für die erste Tour nicht in Unkosten stürzen. Empfehlenswert sind funktionale und bequeme Outdoor-Shirts und -Hosen, die schnell trocknen und atmungsaktiv sind. Bei starker Sonneneinstrahlung kann der Radler Arme und Beine am besten mit langärmliger beziehungsweise -beiniger Kleidung vor UV-Strahlen schützen. Für gute Sichtbarkeit in der Dämmerung oder Nacht rät der TÜV-Verband, dass diese am besten in hellen Farben gehalten und mit Reflektoren ausgestattet ist. Helle Farben sind zudem bei sonnigem Wetter zum Vorteil, da sich der Stoff nicht zu sehr aufheizt. Hier ein Tipp für die beste Kleidung bei jeder Jahreszeit.


Die beste E-Bike-Bekleidung für Herbst und Winter

Mit der richtigen E-Bike-Bekleidung fährt man Sommers wie Winters gut. IMTEST verrät die besten Tipps rund um die Biker-Garderobe.


Besonders wichtig sind auch die richtigen Schuhe. Demnach sind geschlossene Schuhe mit fester Sohle die beste Wahl, denn sie geben die meiste Sicherheit, egal ob bei Sonne oder Regen. Wer mit Flip-Flops bei 25 Stundenkilometern eine Vollbremsung machen muss, kann mitunter böse Überraschungen erleben.

Zwar gibt es in Deutschland keine Helmpflicht, trotzdem ist es ratsam, einen zu tragen. Er schützt zum einen vor direkter Sonne und kann zudem schweren Kopfverletzungen nach einem Sturz vorbeugen. Gerade wer mit dem E-Bike unterwegs ist, hat schon etwas mehr Tempo drauf und ist gefährdeter, in einen Unfall verwickelt zu werden. Das wichtigste ist, dass das Modell gut passt, nicht wackelt oder rutscht. Die Stirn, die Schläfen und der gesamte Hinterkopf sollten gut bedeckt sein. Helme mit vielen Luftöffnungen eigenen sich besonders gut für den Sommer.



Auch für Kinder gibt es tolle Modelle in vielen Farben, die bestimmt gerne akzeptiert werden. Fünf Modelle hat IMTEST besonders unter die Lupe genommen.



Ein weiterer Tipp des TÜV-Verbands ist das Tragen einer Sonnenbrille, was das Fahren sicherer und angenehmer macht. Getönte Brillengläser verbessern die Sicht, neutralisieren blitzende Lichtreflektionen und verhindern, dass lästige Insekten ins Auge fliegen.

Sicheres Fahrverhalten auf dem E-Bike

Laut Zweirad-Industrie-Verband waren im Jahr 2021 43 Prozent der verkauften Räder E-Bikes und der Verband rechnet damit, dass ihr Marktanteil mittelfristig bei 50 Prozent liegen wird. Ein Trend, der sich auch mit Blick auf die Straßen widerspiegelt.

Wer zuvor noch nie auf einem elektrisch unterstützten Rad saß, sollte sich nach dem Kauf eines solchen Zeit lassen, sich mit der Technik vertraut zu machen. Auch wenn E-Bikes einfach zu bedienen sind und der Radfahrer alles austesten möchte, rät der TÜV-Verband, sich erstmal langsam und mit niedriger Geschwindigkeit an die Unterstützung zu gewöhnen.

Denn in seiner Pressemitteilung verweist der TÜV-Verband auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes, wonach Unfälle mit E-Bike-Fahrern von 2014 bis 2021 deutlich zugenommen haben. Gerade im Zeitraum von 2018 bis 2021 endeten Pedelec-Unfälle doppelt so oft tödlich wie Unfälle mit Fahrradfahrern ohne motorisierte Unterstützung.

Da E-Bikes schwerer sind als normale Räder, empfiehlt es sich gerade für ältere Menschen oder Menschen mit Mobilitätsproblemen, ein Modell mit einem tiefen Einstiegsrahmen zu wählen. So fällt der Umgang besonders beim Auf- und Absteigen leichter.

Ebenso rät der TÜV-Verband, sich mit den Bremsen vertraut zu machen. Durch die höhere Geschwindigkeit verlängert sich der Bremsweg vor Ampeln oder an Stoppschildern. Auch bei einer plötzlichen Vollbremsung muss der Radfahrer besonders aufpassen, nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Fabrikat, Abnutzung oder Wetter sind zudem Faktoren, die auf die Bremsleistung einwirken.



Vorausschauend fahren

Jeder E-Biker sollte sich bewusst sein, dass es viele andere Verkehrsteilnehmer gibt, die die Geschwindigkeit der elektrischen Räder nicht einschätzen können. Daher sollte man immer mitdenken, sich an die Verkehrsregeln halten und vor allem vorausschauend fahren.

Der TÜV-Verband rät zudem, mit eingeschaltetem Licht zu fahren, um die Aufmerksamkeit auf sich zu erhöhen. Auch lautes Klingeln kann in bestimmten Situationen hilfreich sein. Was eigentlich selbstverständlich sei sollte, ist das Fahren ohne Alkohol-Einfluss. Wer mit 1,6 Promille oder mehr unterwegs ist, gilt als verkehrsuntüchtig und begeht eine Straftat. Was vielen Radlern nicht bewusst ist: Auch sie können Punkte in Flensburg bekommen.



Akku vor Hitze schützen

Heiße Temperaturen machen nicht nur uns Menschen zu schaffen, auch die Elektronik des E-Bikes leidet. Hitze verringert nicht nur die Leistung von Akku und Motor, sondern kann mitunter auch die Lebensdauer verkürzen oder zu Fehlfunktionen führen. Die empfohlene Betriebstemperatur für E-Bikes liegt bei -10 bis +40 Grad. Der TÜV-Verband rät, bereits bei Temperaturen ab 30 Grad möglichst auf starke Steigungen, höchste Geschwindigkeiten und lange Fahrten zu verzichten. Das ist nicht nur für den Fahrer gut, auch das E-Bike wird es danken. Daher gilt für beide: Die Mittagssonne meiden und ab in den Schatten. Unabhängig davon sollte der Fahrer darauf achten, dass die Batterie nie vollständig entladen wird. Weitere Tipps zur Akkupflege verrät der folgende Artikel.



Hohe Temperaturen bedeuten für die Bremsen höhere Reibung, so dass Bremsbelege schlechter greifen und schneller abnutzen. Auch dem sollte sich der Fahrradfahrer bei Sommertouren bewusst sein. Wie beim Auto, sollte der Radler auch den Reifen und das Profil nicht vernachlässigen. Ein abgefahrenes Profil verringert die Bodenhaftung. Bezüglich dem Reifendruck rät der TÜV-Verband, den Soll-Wert um 0,2-0,3 bar zu verringern, da sich der Luftdruck im Reifen bei heißem Wetter von selbst erhöht, besonders, wenn längere Zeit gefahren wird.

Und wer noch ein auf der Suche nach einem E-Bike ist, findet vielleicht hier eine Anregung für ein passendes Modell.



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