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Volvo EX90: So sieht das neue Elektroauto der Schweden aus

Volvo präsentiert mit dem EX90 einen reinen Elektro-SUV – eine Version mit Verbrennungsmotor wird es nicht geben. Die Details!

Der Volvo EX90 steht vor einer Wand.
© Volvo

Das Elektroauto als Stromspeicher zu nutzen ist eine Idee, die nicht neu ist. In Deutschland gibt es allerdings bislang kaum Autos auf dem Markt, die diese Technologie besitzen. Der SUV EX90, Volvos neues Flaggschiff, soll mit dieser Technik ausgestattet sein. Das Elektroauto ist sozusagen ein rollender Energiespeicher, der über die dafür benötigte bidirektionale Lademöglichkeit verfügt. Nun wurde das Elektroauto offiziell vorgestellt.

Update vom 09. November 2022: Elegant, sicher, effizient – das ist der Volvo EX90

Am 09. November 2022 hat Volvo den EX90 erstmals der Weltöffentlichkeit präsentiert. Das Ergebnis: Eine geradlinige, skandinavisch geprägte Optik soll die Rolle des EX90 als elegantes, effizientes, vollelektrisches Familienauto unterstreichen. Dabei steht auch Nachhaltigkeit im Vordergrund. Volvo setzt laut eigenen Angaben bei der Fertigung auf recycelte Materialien. So soll der EX90 unter anderem aus 15 Prozent recyceltem Stahl bestehen. Außerdem soll das siebensitzige Fahrzeug nach eigenen Angaben höhere Sicherheitsstandards erfüllen als jeder anderer Volvo zuvor. Dafür sorgen eine ganze Reihe von Sensoren, die rund um das Auto verteilt sind.

Der Volvo EX90 fährt auf einer Straße.
Das Äußere des Volvo EX90 zeichnet sich besonders durch die Stromlinienform aus. © Volvo

Wirklich besonders: Ein sogenannter serienmäßiger Lidar (Light Detection and Ranging)-Sensor, der in der Dachlinie untergebracht ist, soll Licht in Form eines Impulslasers nutzen. Dabei sollen Distanzen präzise und genau gemessen werden können und so beispielsweise Fußgänger in bis zu 250 Metern Entfernung zuverlässig erkannt werden können. Diese Technik soll einen Meilenstein zum unüberwachten autonomen Fahren darstellen.

„Die Sensoren sind praktisch die Augen des Autos. Natürlich könnte man sie im Bereich des Kühlergrills anbringen, aber das wäre so, als hätte man Augen an den Knien. Sinnvoller ist eine möglichst hohe Anbringung quasi am Kopf, damit man so viel wie möglich sehen kann. Deshalb haben wir zusammen mit unseren Ingenieuren eine Integration in die Dachlinie beschlossen, um die Wirksamkeit der Sensoren zu maximieren.“

T. Jon Mayer, Leiter Exterieur Design bei Volvo Cars

Dank der stromlinienförmigen Bauweise soll ein möglichst geringer Luftwiderstand und eine größtmögliche Reichweite erzielt werden. Laut Volvo schafft der EX90 mit einer Vollladung eine Strecke von bis zu 600 Kilometern. Neben einer schlanken, abgerundeten Front sollen die bündig abschließenden Scheiben und Türgriffe dazu beitragen. Laut Volvo liegt der Luftwiderstandsbeiwert für das Elektroauto bei 0,29, was ein vergleichsweise guter Wert für einen SUV dieser Größenordnung ist.

Der Volvo EX90 von vorne fotografiert.
Der Lidar-Sensor fügt sich organisch in das Dach ein. © Volvo

Auch der Innenraum des Autos soll auf die skandinavischen Wurzeln des Unternehmens zielen. Großflächige Verglasung inklusive Panoramadach lassen viel Licht ins Innere des Fahrzeugs und sollen für einen harmonischen Kontrast zum kühleren Exterieur bieten. Durch das Fahrer-Monitoring-System überwacht das Fahrzeug zusätzlich die Person am Steuer und warnt, wenn Müdigkeit oder erhöhter Stress auftritt. Die Messung erfolgt mit Sensoren im Innenraum. Im Zentrum des Innenraums steht ein 14,5 Zoll großer Touchscreen. Darüber lassen sich Anwendungen wie Google Maps aufrufen. Damit man sich durch die vielen Funktionen nicht ablenken lässt, ist der Google Assistant an Bord. Der Sprachassistent führt Befehle auf Zuruf aus. Dafür muss jedoch auch die Verbindung stimmen. Deswegen kann sich der Wagen mit dem 5G-Netz verbinden.

Der Innenraum des Volvo EX90.
Großes Display: Damit hat man die richtige Route gut im Blick. © Volvo

Volvo bietet den EX90 in zwei Allradversionen an: einmal mit 300 Kilowatt (kw) respektive 408 PS und in einer stärkeren Ausführung mit 380 kw beziehungsweise 517 PS Leistung. Über die Schnellladefunktion soll die 111 Kilowattstunden starke Hochvoltbatterie in nur 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent klettern.

Der Volvo EX90 steht auf einer Plattform und im Hintergrund sieht man Wasser.
Bekannte Rücklichter. Bei der Optik bleibt sich Volvo treu. © Volvo

Preis und Verfügbarkeit: Die Produktion des Volvo EX90 soll ab 2023 in den USA beginnen. Interessenten können den E-SUV ab sofort vorbestellen. Kostenpunkt: 105.550 Euro für die 408-PS-Variante und rund 111.000 Euro für das stärker 517-PS-Modell. Mit der Auslieferung will der schwedische Autobauer dann Ende 2023 starten.

So funktioniert bidirektionales Laden beim Elektroauto

E-Autos fahren mit Gleichstrom, aus der Steckdose kommt jedoch Wechselstrom. Mithilfe eines Wechselrichters kann ein Elektroauto aber über den Hausstrom geladen werden. Dieser Wechselrichter wandelt den Strom entsprechend um, sodass er von der Autobatterie gespeichert werden kann. Damit das Auto nicht nur Strom aufnehmen, sondern auch abgeben kann, benötigt es einen bidirektionalen Akku. Zudem braucht man ein spezielles Kabel, welches große Strommengen schnell transportieren kann.

Der neue vollelektrische EX90 von Volvo verfügt als erstes Modell vom schwedischen Hersteller über diese intelligente Technologie und soll damit beispielsweise E-Bikes aufladen können. Der EX90 soll außerdem dazu beisteuern, dass der Besitzer seine Energienutzung kostengünstiger, effizienter und nachhaltiger gestalten kann. Dank der SmartCharging-Funktion, die in Verbindung mit der Volvo Cars Smartphone-App funktioniert, soll das Fahrzeug nur aufgeladen werden können, sobald die Stromnachfrage gering ist und die Energiepreise entsprechend niedrig sind. Das ist beispielsweise dann, wenn gerade eine große Menge an erneuerbarer Energie aus Wind- und Solarkraft zu Verfügung steht.



Elektroauto als Energiequelle

„Mit dem Volvo EX90 versorgen wir den Alltag mit Strom. Autofahrer können die Batterie auf vielerlei Weise nutzen: Sie können ihr E-Bike aufladen, wenn sie unterwegs sind, oder während des Campingausflugs am Wochenende ein Outdoor-Kochgerät anschließen. Während teurer Spitzenzeiten lässt sich sogar das Haus mit günstigem Strom aus dem Auto versorgen.“

Olivier Loedel, Leiter Electrification Ecosystem bei Volvo Cars

Das neue SUV-Flaggschiff soll mit dieser Technologie bei Bedarf sogar andere Elektroautos aufladen können. Sofern verfügbar, erfolgt der gesamte Ladevorgang automatisch über die intelligente Ladefunktion der App. Ein Algorithmus soll dafür sorgen, dass der Akku aber nur in begrenztem Umfang be- und entladen wird, um eine möglichst lange Betriebsdauer zu garantieren.

Mit Hilfe von Elektroautos Lastspitzen ausgleichen

Dank des bidirektionalen Akkus können Verbraucher mit Elektroautos wie dem Volvo EX90 dazu beitragen, Ladespitzen im öffentlichen Stromnetz auszugleichen. Wenn man zum Beispiel abends von der Arbeit nach Hause kommt und die Batterie noch recht voll ist, kann der Verbraucher den (idealerweise) nachhaltig gewonnenen günstigen Strom wieder zu einem höheren Preis ins öffentliche Netz einspeisen. So ist man nicht nur umweltfreundlich mobil unterwegs, sondern agiert insgesamt nachhaltig mit der Nutzung vom Strom im Alltag.


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Japaner nutzen E-Autos bereits als Speicher

Während diese Technologie in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt, ist sie in Japan bereits weiter verbreitet. Dort ist es vor allem Automobilhersteller Mitsubishi, dessen Elektroautos Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, Trockner und Kühlschränke versorgen sollen. Hier scheint man auch schon einen Schritt weiter zu denken und arbeitet an einer Idee, eine zusätzliche externe Batterie als Zwischenspeicher am Haus installieren zu können.

Preis für Volvo EX90 noch nicht bekannt

Die Technologie der Autobatterie als Energiespeicher, bei dem man den Strom auch für zum Beispiel Haushaltsgeräte nutzen kann, scheint eine gute und vor allem nachhaltige Lösung zur sein, gerade, wenn man nicht täglich mit dem Elektroauto lange Strecken pendeln muss. Allerdings, auch wenn der Preis für das neue Volvo-Flaggschiff noch unbekannt ist, dürfte die Anschaffung eines solchen E-Autos nicht gerade günstig und somit nicht für jedermann erschwinglich sein.


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